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Weihnachten und mein Leben

Vier Adventsimpulse – eine Weihnachtsgeschichte, eine Mission 

Wer kennt sie nicht, die Weihnachtsgeschichte? Selbst Nichtchristen kennen Weihnachten und feiern das christliche Fest bisweilen mit. Es ist ein Fest mit Anziehungskraft, das eingebettet ist in die Empfindungen von Wärme, Geborgenheit und Wohlgefühl. Doch warum feiern wir überhaupt Weihnachten? Der Geburtstag Jesu, gewiss! Geburtstag und Party, das gehört heute untrennbar zusammen. Aber es ist nicht irgendein Geburtstag, es ist nicht irgendein Geburtstagskind: Jesus, der Sohn Gottes. Gott wird Mensch, nimmt die Gestalt seines höchsten Geschöpfes an. Mit diesem Gedanken klopft der Sinn von Weihnachten an die Tür.

In der Weihnachtsgeschichte erklingt die Botschaft: „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr“ (Lk 2,11). In der Prophezeiung des Jesaja wird er auch als Fürst des Friedens angekündigt (Jes 9,5). Ist das schon eine vorweggenommene Antwort auf die Frage, warum der Mensch der Rettung bedarf? Seit der Mensch diese Welt bevölkert, lebt er in Unfrieden mit seinesgleichen. Der erste Brudermord von Kain an Abel ist ein beredter Ausdruck dafür. Die Geschichte des Menschen ist begleitet und geprägt von unzähligen kriegerischen Auseinandersetzungen, von Sklaverei und Unterdrückung. Mehr denn je zeigt sich der Unfriede auch im Verhältnis des Menschen zur übrigen Schöpfung, quasi dem Rest der Welt. Sichtbar wird dies an dem nahezu vollständigen Terraforming, der Ausbeutung von Ressourcen ohne Rücksichtnahme auf die Natur, der Zerstörung ganzer Landstriche; letztlich an der aktuellen Klimaproblematik, die zeigt, wie der Mensch gerade im Begriff ist, seine Existenzgrundlage und die vieler anderer Lebewesen zu zerstören. Als Krone der Schöpfung, als vernunftbegabtes Wesen, sollte man meinen, dass er diese Probleme im Laufe seiner Entwicklungsgeschichte doch irgendwann mal in den Griff bekommen sollte. Aber weit gefehlt, mit jeder neuen Generation verfällt er in die alten Fehler mit all den bekannten Auswirkungen. Daran wird klar, der Mensch braucht Hilfe, alleine schafft er das nicht. Er braucht einen, der ihn davor bewahrt sich am Ende selbst zu zerstören, innerlich wie äußerlich, psychisch wie physisch. Und diesbezüglich sind wir auf dem besten Weg dazu. Davor muss der Mensch gerettet werden.

Auf diesem Hintergrund haben sich die Schüler in Einzelaspekten Gedanken gemacht: Auf was konzentriere ich mich im Leben? Was ist mir wichtig? Wo erkenne ich Schattenseiten meines Lebens und wo sind die notwendigen Lichtblicke, die einen aus der Dunkelheit führen. Warum sollte ich über meine kleine persönliche Lebenswelt hinaus mein Herz für die große Welt und deren Belange öffnen? Was erscheint mir diesbezüglich wichtig? Und wo sehe ich einen Hoffnungsschimmer für das viele Negative in dieser Welt? Wie kann ich dazu beitragen, dass die Welt, in der ich lebe, zusammen mit mir einer besseren Zukunft entgegengeht? Welche Schritte muss ich hierfür tun? Wie kann ich zur Rettung der Welt und des Menschen beitragen.

Wenn Gott Mensch wird, um dem Menschen Heil und Frieden zu bringen, dann ist es sicherlich Teil seines Planes, dass wir darin die Hauptrolle spielen. Es liegt in der Freiheit des Menschen, sich diesem Plan zuzuwenden und aktiv an der Umsetzung mitzuwirken. Gott hat mit Jesus die Initiative ergriffen und wartet seither immer wieder auf engagierte Mitstreiter für die Rettung. Weihnachten ist die Botschaft vom Kommen des Heilandes, vom Beginn der Rettungsaktion, von der Mitverantwortung und Mitwirkung des Menschen. Lassen wir uns also für diese Rettungsaktion begeistern und folgen dem Stern des Heils. Öffnen wir unser Herz für die Belange der Welt und all der Menschen in ihr. Werden wir zu einem Hoffnungsschimmer, zu einem Lichtblick, der das viele Dunkel in der Welt zu erhellen vermag, gewissermaßen zu einem leuchtenden Vorbild v.a. für Frieden und Gerechtigkeit. Dabei dürfen wir nicht das Wesentliche aus den Augen verlieren: Nicht Hass, Unfrieden und Gleichgültigkeit sind das Maß der Dinge, sondern einzig die alles verbindende und einende Liebe. Das ist unsere Mission. Auf diese Weise findet sich jeder Einzelne in der Weihnachtsgeschichte wieder, so wie das alltägliche Leben der Schülerinnen und Schüler in dem etwas anderen, über vier Adventswochen gewachsenen Weihnachtsbild der BS1 (ca. 5m x 3m).

Dr. Hermann Fischer
Fachbetreuer für Religion & Ethik

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